Griffiger Fels, erfrischendes Wasser und a mords Gaudi

Um die letzten warmen Sommertage noch gut zu nutzen, ging es aufgrund der Wetterlage für die Jugend dieses Jahr nicht wie geplant nach Südtirol ins traditionelle Klettercamp, sondern nach Bohinijska Bistrica zwischen Bleder und Bohinj See in Slowenien. Frühmorgens um fünf Uhr erfuhren auch die letzten Teilnehmer von der Planänderung, als es vollgepackt mit Zelten, Ausrüstung und viel Schokolade für die achtköpfige Truppe auf die Fahrt ins Kletterparadies ging.

Angekommen im Camp Danica wurden erstmal die Örtlichkeiten ausgecheckt, bevor es nach einer raschen Brotzeit und dem Zeltaufbau auch schon an den ersten Fels bei Pec ging. Dieser hatte bereits einiges an tollen Routen zu bieten, inklusive einer tollen Aussicht auf die umliegenden Berge. Bei schönstem Wetter wurde der Rückweg vom Fels dann schwimmend im Bach bis zum Camp zurückgelegt. Ausklingen ließ man den Tag dann traditionell mit einer Nudelorgie und gemütlichem Beisammensitzen beim Feierabendspezi.

Beim ersten Frühstück am nächsten Morgen mussten dann erstmal die Nudelreste des Vorabends vertilgt werden. Frisch gestärkt und höchst motiviert wurde der Bus mit Kletterzeug und Brotzeit beladen und schon ging es los nach Nomenj. Dort warteten Routen in allen Schwierigkeiten auf die Gruppe und man arbeitete sich fleißig durch die Touren. Als allmählich die Arme schwer wurden, gings los zum Einkaufen, da der Grill am Campingplatz bereits sehnsüchtig auf viel Fleisch und Gemüse wartete. Mit vollem Magen und nach einigen Runden Werwolf, fiel man letztendlich doch müde in die Schlafsäcke.

Der Dienstag begann nach dem Frühstück erstmal mit einer Felssuche, da sich das ausgesuchte Gebiet sehr weitläufig vor den Teilnehmern erstreckte. Auch die Routensuche gestaltete sich hier teilweise eher kompliziert und oft war man sich nicht ganz sicher, in welcher Tour man sich gerade befand, aber die ungewohnte Reibungskletterei in Bohinijska Bela hat es allen sehr angetan. Zur Erfrischung wurde an diesem Tag nicht der Camp Bach genutzt, sondern der Bohinj See, der sich in unmittelbarere Entfernung zum See befand. Dort unten wurde doch auch tatsächlich ein Kinderprogramm angeboten: Zehn Euro für einmal Klettern. Die Gruppe war schon hart am Überlegen, ein Schild zu basteln und für Neun Euro dasselbe anzubieten. Letztendlich war die Anziehungskraft des Wassers aber stärker und die Jugendlichen entschieden sich fürs Touristen erschrecken mit zahlreichen Arschbomben, Köpfern und anderen lustigen Sprüngen vom Steg, bevor es zurück ins Basislager ging. Nach einem wunderbaren Topf Hähnchencurry wurden die mitgebrachten Baumreste bei Musik und Keksen zu Tassen und Bechern verarbeitet.

Früher als sonst ging es am vierten Tag los nach Bled. Dort ging es los auf Wanderschaft über Wiesen, Felder und Wälder Richtung Galetovec, wo bei einer gschmackigen Brotzeit die Aussicht ins Tal genossen werden konnte. Nach einem kurzen Badestopp am Bleder See, der nicht umsonst so heißt laut der Gruppe, flüchtete man in den nahegelegenen Supermarkt zum Großeinkauf für die nächsten Tage. Vollgefressen mit Gnocchi und viiiiiel Knoblauch (um den Fels am Folgetag auch für sich zu haben), verschwanden alle relativ zeitnah in die warmen Schlafsäcke.

In Plezavisce Bellevue fand man am Donnerstag nochmals wunderschöne Plattenklettereien vor und die fleißigsten kletterten an diesem Tag über 20 Routen. Nachmittags vertrieb der Regen die Jugendlichen leider zurück zum Campingplatz, wo man nun ohnehin schon nass, noch einige Sprünge ins eiskalte nass des Baches wagte, um sich anschließend bei einer heißen Dusche wieder aufzuwärmen. Eine längere Grillsession schenkte dann neue Energie und so fielen wir sogar den Nachbarn mit unserem melodischen Gesang- und Klopfkonzert auf, dass sie spontan mit Kamera und Mikrofon anrückten und uns mit einem Spontaninterview überraschten. Später ging es dann noch weiter mit einer Runde „Wer bin ich“, die so manchen schier in die Verzweiflung trieb.

Leider speckiger Fels erwartete den Trupp am vorletzten Klettertag in Bohijnska Bela. Die Aussicht von oben entschädigte allerdings für die vielen fast Abrutscher am Fels, weil die Schuhe einfach nicht halten wollten. Nach dem obligatorischen Baden gabs abends Pfannkuchen – Gemüse – Wraps, die ratzeputz bis auf den letzten Bissen vernichtet wurden. Da das dreckige Geschirr sich nicht von alleine sauber macht, gab es an diesem Abend ein großes Abspülkonzert mit allen Teilnehmern, wodurch man selbst die Leute unter der Dusche noch mit guter Musik unterhielt.

Den letzten Tag verbrachten die Jugendlichen nochmal in Pec, wo man sich die Finger ein letztes Mal wund kletterte. Das Abschiedsbaden im Bohinj See endete wieder mit vielen akrobatischen Sprüngen ins kühle Nass. Anschließend ging es dann zurück ins Dorf in die Picerija, wo der Abend mit traditionellen slowenischen Köstlichkeiten ausklang. Der Abgang erfolgte dann über die Mauer, da normal ja langweilig wäre. Kurz noch ein Eisstopp, der sich vielleicht wunderte, wie viel Eis ein einzelner Mensch vertilgen kann und was an seinem Eis so falsch sein muss, dass man nur eine pure Waffel will, und schon begann am Campingplatz eine große Spezi- und Süßkramvernichtung. Mit Spielen wie gordischer Knoten und einigen Knuddelattacken genoß die Gruppe den letzten Abend noch in vollen Zügen, denn am nächsten Tag galt es auch schon alles wieder abzubauen, einzupacken und die Heimreise anzutreten.

Schweren Herzens verabschiedete man sich nach einer langen Kletterwoche von der schönen Gegend im Norden Sloweniens und trat dennoch bestgelaunt den Heimweg ins Rottal an.

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